Matcha Großhandel — den richtigen Lieferanten wählen und die Portion sauber kalkulieren
Matcha Latte steht heute auf fast jeder Café-Karte, doch die Marge unterscheidet sich zwischen zwei Betrieben in derselben Straße um das Doppelte. Der Unterschied liegt fast nie am Kartenpreis, sondern am Einkauf des Rohstoffs. Hier die Rechnung und die Fragen, die einen Lieferanten von einem Zwischenhändler trennen.

Der Matcha-Einkauf für den Betrieb folgt anderen Regeln als der private. Zu Hause zählen Geschmack und Dose. Im Geschäft zählen vier Dinge gleichzeitig: Kosten pro Portion, Konstanz zwischen Lieferungen, Verfügbarkeit und Dokumentation. Wer eines davon vernachlässigt, zahlt mehr als jede Preisdifferenz pro Kilo.
Zuerst die Rechnung — Kosten pro Portion, nicht Preis pro Kilo
- Portion Matcha Latte: 2 g im Standardgetränk, bis 3 g bei großer Tasse oder kräftigerem Profil.
- Aus 1 kg: rund 500 Portionen à 2 g oder 333 à 3 g.
- Kosten pro Portion: Kilopreis geteilt durch Portionen. Bei 125 €/kg und 2 g sind das 0,25 € pro Portion.
Dagegen der Kartenpreis. Ein Matcha Latte für 4,50 €, mit 0,25 € Matcha und etwa 0,30 € Hafermilch, lässt über 3,50 € Rohmarge pro Tasse — vor Arbeit, Becher und Miete. Genau deshalb steht Matcha auf den Karten: Es ist eine der wenigen Positionen, bei denen der Rohstoff im Verhältnis zum akzeptierten Preis günstig ist.
Rechnen Sie mit Ihren Zahlen — der B2B-Margenrechner übernimmt das, inklusive Gewinn pro Gebinde.
Warum 30-g-Dosen im Betrieb nicht funktionieren
Eine 30-g-Dose sind 15 Portionen — eine geschäftige Stunde an der Bar. Neben den Stückkosten ist das Problem operativ: ein Dutzend offener Dosen bedeutet ein Dutzend Oxidationsverläufe und damit einen Geschmack, der von Tag zu Tag wandert.
- 500 g — rund 250 Portionen. Gut für den Start und den Test der Position, bis etwa 15 Tassen täglich.
- 1 kg — rund 500 Portionen. Standard bei stetigem Absatz; bestes Verhältnis von Preis zu Umschlag.
- Sammelgebinde / Palette — für Ketten, Distribution und Private Label, meist mit Vertragspreis.
Faustregel: Ein Gebinde soll innerhalb von 4–6 Wochen nach dem Öffnen aufgebraucht sein. Größer kaufen „zum Sparen" spart kein Geld, sondern verwandelt es in stumpfes Pulver.
Acht Fragen, die Lieferant und Zwischenhändler trennen
- Aus welcher Ernte stammt diese Charge? Erste Ernte hat ein anderes Profil und einen anderen Preis als die zweite. Wer das nicht weiß, kauft über einen Vermittler.
- Welche Anbauregion, welche Sorte? Region und Kultivar prägen den Charakter — ein Lieferant sollte beides benennen können. Keine Antwort ist ein Warnsignal.
- Bekomme ich in drei Monaten dasselbe Profil? Die entscheidende Frage für den Betrieb. Ein Stammgast merkt die Änderung schneller als der Inhaber.
- Welche Analysen liegen vor? Schwermetalle und Pestizidrückstände — Unterlagen auf Anfrage, ohne Diskussion.
- Wie hoch ist die MOQ, wo liegen die Staffeln? Staffeln gehören offengelegt, nicht bei jedem Gespräch neu verhandelt.
- Wie lang ist die Lieferzeit und von wo wird versandt? Ein EU-Lager heißt Tage. Versand aus Übersee je Bestellung heißt Wochen und Lückenrisiko auf der Karte.
- Rechnung, Zahlungsziel, Rücknahme? Standard im B2B; fehlende Zahlungsziele deuten darauf hin, dass der Lieferant selbst von Woche zu Woche arbeitet.
- Was gibt es außer Ware? Produktblätter, Rezepte, Barista-Schulung, Social-Media-Material. Ein Barista, der Matcha nicht aufschlagen kann, ruiniert den besten Rohstoff.
Konstanz — der unterschätzteste Parameter
Matcha ist ein Agrarprodukt: Jede Ernte ist anders. Ein guter Lieferant verschneidet Chargen so, dass das Profil stabil bleibt, und sagt offen, wenn eine Änderung unvermeidlich ist. Ein schlechter liefert, was gerade im Lager liegt — und Sie erfahren davon vom Gast an der Bar.
Wie man das vorher prüft: Probe bestellen, Farbe und Geschmack notieren, nach zwei bis drei Monaten erneut bestellen und mit der Notiz vergleichen. Das ist der einzige Test mit echter Aussagekraft.
Zeremoniell oder kulinarisch im Betrieb?
- Getränke (Latte, pur, iced): zeremoniell. Milch verdünnt, entfernt die Bitterkeit aber nicht — und Ihr Gast vergleicht Sie mit dem Café nebenan.
- Gebäck, Eis, Cremes, Desserts: kulinarisch genügt. Zucker und Fett überdecken die Bitterkeit, der Aufpreis kommt geschmacklich nicht zurück.
Viele Betriebe führen beides, und das ist kostenoptimal. Die Unterschiede im Detail: zeremonieller vs. kulinarischer Matcha →
Private Label — wann es sich lohnt
Das eigene Etikett auf fremdem Matcha lohnt sich, wenn Sie das Produkt aus dem Regal verkaufen, nicht nur in der Tasse. Ein Café mit erkennbarer Marke verkauft Dosen an Gäste, die dasselbe zu Hause trinken wollen — Handelsmarge ohne Handelskosten.
Wonach fragen: Mindestserie, Kosten für das Etikettendesign, Vorlauf für die erste Charge und ob eine kleine Testserie möglich ist. Ein Lieferant, der eine Tonne zum Start verlangt, ist kein Partner für einen einzelnen Betrieb.
Was zu vermeiden ist
- Preis ohne Angabe von Ernte und Qualität. „Matcha 45 €/kg" sagt nichts — es kann dritte Ernte aus der Industriemühle sein.
- Lieferanten ohne Lagerbestand. Eine Lücke auf der Karte kostet mehr als die Preisdifferenz.
- Fehlende Analysen. Tee ist ein Agrarprodukt aus einem Drittland; Dokumentation ist kein Luxus.
- Verpackung ohne Barriere. Matcha in einfacher Folie verliert die Farbe in Wochen.
- Ein zu guter Preis. Zeremonielle Qualität erster Ernte hat eine Kostenuntergrenze. Darunter wurde an Ernte oder Vermahlung gespart — und das schmeckt man.
Vernünftig starten
Die risikoärmste Reihenfolge: Probe → ein 500-g-Gebinde → Umschlag nach einem Monat prüfen → auf 1 kg oder Vertragspreis wechseln. Starten Sie nicht mit einer großen Bestellung, auch nicht zum guten Preis — solange Sie nicht wissen, wie viele Tassen täglich gehen, ist jedes Kilo eine Wette.
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Wie viele Portionen Matcha Latte ergeben 1 kg?
Rund 500 Portionen bei der Standarddosis von 2 g pro Tasse, oder rund 333 Portionen bei 3 g, wie sie für große Tassen und ein kräftigeres Profil verwendet wird.
Was kostet eine Portion Matcha im Café?
Bei einem Großhandelspreis um 125 € pro Kilo und 2 g Dosierung liegt der Rohstoff bei etwa 0,25 € pro Tasse. Gegen einen Kartenpreis von 4,50 € bleibt eine für Getränke ungewöhnlich hohe Marge.
Welches Matcha-Format eignet sich für ein Café?
500 g für den Start und bis etwa 15 Tassen täglich, 1 kg bei stetigem Absatz. Ein Gebinde sollte innerhalb von 4–6 Wochen nach dem Öffnen aufgebraucht sein, da Matcha danach schnell Farbe und Aroma verliert.
Was sollte man einen Matcha-Lieferanten fragen?
Ernte und Anbauregion, Konstanz der Chargen über die Zeit, Analysen auf Schwermetalle und Pestizide, MOQ und Preisstaffeln, Lieferzeit und Versandort, Zahlungsziele sowie Unterstützung wie Produktblätter und Barista-Schulung.
Braucht ein Café zeremoniellen Matcha?
Für Getränke ja — Milch verdünnt den Geschmack, beseitigt die Bitterkeit aber nicht, und Gäste vergleichen Ihr Latte mit der Konkurrenz. Für Gebäck und Desserts reicht kulinarische Qualität, weil Zucker und Fett den Unterschied überdecken.
Kann man vor dem Großhandelskauf eine Probe bekommen?
Ja. Bei Avelor ist die kostenlose Probe der übliche erste Schritt für Cafés, Konditoreien und Hotels — wir senden sie unverbindlich zusammen mit der Preisstaffel.


